Tipps für den Trauzeugen

Tipps für den Trauzeugen

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Sie sind Trauzeuge und sollen eine Redehalten? Dann fragen Sie zunächst am besten beim Brautpaar nach, ob es spezielle Vorstellungen hat: Ist eine ernste, eine heitere oder sogar eine launische Rede gewünscht. Je nach Kulturkreis laufen die Vorstellungen nämlich weit auseinander. So erwarten Engländer eine Rede gewürzt mit trockenem britischem Humor, der bei Italienern oder Deutschen eher auf Unverständnis stoßen dürfte.

Neben den Vorstellungen des Brautpaares entscheidet natürlich die Zusammensetzung der Hochzeitsgesellschaft über den Ton und das Thema der Rede. Je mehr ältere Verwandte anwesend sind, desto förmlicher sollte die Rede gestaltet sein.

Vorsicht: Eine Rede vor einer gelangweilten Gruppe zuhalten ist schwieriger als vor Menschen, die keinen Hunger verspüren oder deren Stimmung durch leichten Alkoholkonsum schon etwas gelöster ist.

Damit wären wir beim Zeitpunkt der Rede: Trauzeugen sollten während des Essens, aber keinesfalls zu Beginn sprechen. Die Erstansprache erfolgt traditionell ohnehin durch den Vater der Braut.

Eine andere Möglichkeit ist die Überraschungsrede auf der Hochzeit, allerdings sollte die Rede in jedem Fall gut vorbereitet sein um mögliche Fallstricke konsequent zu vermeiden: Der befreundete Trauzeuge des Ehemannes sollte gewisse pikante gemeinsame Erfahrungen aus früher Teenagerzeit aussparen. Die Freundin verzichtet am besten darauf, die nächtelangen Gespräche über Liebeskummer der Braut zu erwähnen.

Ausnahme: Der damalige Anlass ist der jetzige Ehemann.

Ansonsten gilt: Gestalten Sie die Rede möglichst individuell und natürlich gilt auch hier der Grundsatz, dass die Würze in der Kürze liegt. Wichtig ist es dabei den Adressaten der Rede klar zu formulieren: Weit verbreitet ist es, das Brautpaar persönlich anzusprechen. Bei einer förmlichen Rede an die Hochzeitsgesellschaft beginnt man mit einer direkten Ansprache an das Brautpaar und die Eltern des Hochzeitspaares: "Liebes Brautpaar,sehr geehrte Eltern..."

Typische Themen für Trauzeugenreden sind: das Schildern des taktisch brillant inszenierten Zusammenführens des jetzigen Brautpaars; gemeinsam erlebte Anekdoten; Parallelen in der Kindheit der Angetrauten. Verboten sind Ratschläge für das Brautpaar: Dafür sind Standesbeamte und die Eltern zuständig.

Ein gelegentlicher Witz und Pausen für Applaus sind ebenfalls einzuplanen. Sollte die Gesellschaft gar nicht reagieren, kann man dazu auch auffordern, aber dann ist die Rede meist bereits durchgefallen und man sollte schnellstmöglichst das Weite suchen.